|
Aktuelles
Das Keramion in Frechen
Zentrum für
historische und zeitgenössische Keramikkunst
Zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Frechens
gehört sicher das Keramion - Museum für zeitgenössische Keramik. Es
ist ein Gebäude, das selbst wie ein Kunstwerk wirkt. Der futuristische
Bau wurde 1971 nach Plänen des Architekten Peter Neufert im Auftrag
des Keramikunternehmers Dr. Gottfried Cremer errichtet. Und zwar auf
dessen Wunsch in einer an eine Töpferscheibe erinnernden Form. Es war
und ist dazu bestimmt, die umfangreiche Keramiksammlung Cremers
aufzunehmen und dessen Intention zukunftsfähig weiterzuführen. Dabei
sollte das Haus von Anfang an nicht nur historische Werke bewahren,
sondern vor allem zeitgenössische keramische Kunst in wechselnden
Ausstellungen präsentieren.
|
 |
| Foto: Stiftung
Keramion
|
|

Foto: C.T.Kaul
|
Um die historische Sammlung sowie die aktuelle
Ausstellung "Fusion of Visions" der IAC-Benelux zu besichtigen, hatte
das miteinander-füreinander-Leitungsteam zu einem Besuch des Keramions
am 14. August eingeladen. Über zwanzig Ehrenamtliche waren der
Einladung gefolgt und wurden von Christine Otto und Klaus Gutowski,
die das Keramion leiten, ausführlich und fachkundig in die Vielfalt
und Innovationskraft keramischer Arbeit und in die unterschiedlichen
Stile und Techniken zeitgenössischer Keramik eingeführt.
Dabei kam immer wieder zum Ausdruck, wie eng die Geschichte des
Keramion mit der jahrhundertealten Keramiktradition der Stadt Frechen
verbunden ist. Über lange Zeit war Frechen ein bedeutendes Zentrum der
Herstellung von keramischen Waren und des Handels damit. Besonders
bekannt sind die historischen Bartmannskrüge, bauchige Steinzeuggefäße
mit dem charakteristischen bärtigen Männergesicht. Sie wurden vom 16.
bis ins 19. Jahrhundert hergestellt und weit über die Region hinaus
gehandelt. Mit diesen Objekten bewahrt das Keramion nicht nur Kunst,
sondern auch ein wichtiges Stück Wirtschafts- und Alltagsgeschichte
der Stadt.

 |
|
 |
|
|
|
Abbildungen oben:
Christine Otto und Klaus Gutowski leiten das Keramion
und führen die miteinander-füreinander-Gäste
in das Museumskonzept ein.
Rechts: zwei der historischen Bartmannskrüge
|

 |
| Fotos: C.T..Kaul |
|
|
| |
|
|
|
|
|
 |
|
Abbildungen - oben links: Objekt aus
"Papierporzellan" von Paula Bastiaansen
oben rechts:
Vase von Wendelin Stahl
unten: Schale von Ricus Sebes
|
Vom Privatmuseum zum Zentrum für Keramikkunst
Nachdem Gottfried Cremer das Keramion 1971 als Ort für seine Sammlung
moderner Keramik gegründet hatte, entwickelte sich das Museum schon
bald zu einem wichtigen Zentrum der zeitgenössischen Keramikszene.
1976 fand erstmals der Frechener Töpfermarkt statt, der bis heute
veranstaltet wird. Keramikerinnen und Keramiker aus Deutschland und
anderen europäischen Ländern präsentieren dort Gebrauchskeramik,
Unikate und künstlerische Arbeiten. Damit wird die lange Frechener
Töpfertradition auch außerhalb des Museums unmittelbar erfahrbar. 1985
eröffnete die Stadt Frechen ein eigenes Museum für die historische
Frechener Keramik. Doch sinnvollerweise wurden 2022 die beiden
Sammlungen zusammengeführt. Seitdem verbindet das Keramion historische
Frechener Keramik mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Wobei die
Sammlung Werke aus Deutschland und zahlreichen anderen europäischen
Ländern umfasst und damit zu den bedeutendsten Keramiksammlungen
Deutschlands zählt.
So erfüllt das Keramion heute drei Funktionen zugleich: Es bewahrt das
keramische Erbe Frechens, präsentiert internationale zeitgenössische
Keramikkunst und ist ein Ort kultureller Begegnung. Ausgehend von der
Geschichte Frechens öffnet es den Blick auf die Zukunft der
Keramikszene.
Christa Tamara Kaul - August 2026
Links zum Thema …
… Keramion
https://keramion.de
… Bartmannskrug
https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Bellarmine_jugs?uselang=de
https://de.wikipedia.org/wiki/Bartmannskrug
… Gottfried Cremer
https://oecv.at/Biolex/Detail/10400282
zurück >>>
|